Anschaffung

Kitten eingewöhnen: die ersten Wochen

KSkatzenscout-Redaktion · 8 Min · Stand 06/2026
Kitten eingewöhnen: die ersten Wochen

Der Einzug eines Kittens ist aufregend — für dich und für das Kätzchen, das gerade Mutter, Geschwister und alles Vertraute verlässt. Mit Ruhe, Vorbereitung und ein paar einfachen Regeln gelingt der Start stressfrei und ihr legt das Fundament für ein vertrauensvolles Zusammenleben.

Vor dem Einzug: die Erstausstattung

Besorge alles Wichtige, bevor das Kitten einzieht, damit der erste Tag entspannt bleibt:

  • Katzentoilette + Streu (zunächst die gewohnte Sorte des Vorbesitzers)
  • Futter- und Wassernapf, getrennt aufgestellt
  • Kratzbaum mit Höhle und erhöhten Liegeflächen
  • sicherer, ruhiger Schlafplatz
  • Spielzeug (Angel, Bälle) für gemeinsame Jagdspiele
  • Transportbox für den Weg und spätere Tierarztbesuche

Füttere anfangs dasselbe Futter wie der Vorbesitzer. Ein Umzug ist Stress genug — eine gleichzeitige Futterumstellung belastet zusätzlich den empfindlichen Kitten-Magen. Wenn du wechseln willst, dann erst nach ein bis zwei Wochen und langsam.

Ab welchem Alter darf ein Kitten einziehen?

Frühestens mit zwölf Wochen. In den ersten Lebenswochen lernt das Kitten von Mutter und Geschwistern entscheidendes Sozialverhalten — Beißhemmung, Körpersprache, Sauberkeit. Seriöse Züchter und Tierschutzorganisationen geben Kitten daher nicht früher ab. Ein zu früh getrenntes Kätzchen zeigt später häufiger Verhaltensprobleme.

Ein oder zwei Kitten?

In reiner Wohnungshaltung sind zwei Kitten fast immer die bessere Wahl. Sie beschäftigen und sozialisieren sich gegenseitig, toben gemeinsam und sind seltener einsam oder zerstörerisch, wenn niemand zu Hause ist. Ein einzelnes Kitten bei berufstätigen Haltern langweilt sich schnell — und Langeweile ist die häufigste Ursache für Problemverhalten.

Der erste Tag: weniger ist mehr

Richte dem Kitten zunächst ein ruhiges Zimmer ein, statt ihm gleich die ganze Wohnung zu öffnen. Stelle Toilette, Futter, Wasser, Schlafplatz und Kratzmöglichkeit dort auf. Lass das Kätzchen in seinem Tempo aus der Box kommen und die Umgebung erkunden — dräng dich nicht auf. Sprich leise, mach keine hektischen Bewegungen und gib ihm Zeit. Den Radius erweiterst du über die nächsten Tage Zimmer für Zimmer.

Stubenreinheit

Katzen sind von Natur aus reinlich, daher klappt die Stubenreinheit meist schnell. Zeige dem Kitten am ersten Tag die Katzentoilette, stelle sie ruhig und gut erreichbar auf und halte sie sauber. Geht doch mal etwas daneben, liegt fast immer eine Ursache vor: ungünstiger Standort (zu laut, neben dem Futter), falsche Streu, eine zu hohe Toilettenwand oder Stress. Schimpfen hilft nie — beseitige stattdessen die Ursache.

Sozialisierung und Bindung

Die ersten Wochen prägen das Wesen fürs ganze Leben. Gewöhne das Kitten behutsam an Alltagsgeräusche (Staubsauger, Türklingel), an das Anfassen von Pfoten und Ohren (erleichtert später Pflege und Tierarzt) und an die Transportbox als positiven Ort. Spiele täglich mehrmals mit Jagd-Charakter — das baut Bindung auf und lastet das Kitten aus. Belohne erwünschtes Verhalten; Strafen erzeugen nur Angst.

Die erste Nacht

Die erste Nacht ist für ein Kitten oft die schwerste, weil ihm Mutter und Geschwister fehlen. Lass es im vorbereiteten ruhigen Zimmer mit einem warmen, gut versteckten Schlafplatz. Ein weiches Tuch mit dem vertrauten Geruch aus dem alten Zuhause (frag den Züchter danach) spendet Sicherheit, ebenso eine Wärmequelle wie eine in ein Handtuch gewickelte, lauwarme Wärmflasche. Manche Kitten maunzen in der ersten Nacht — das ist normal. Bleibe in der Nähe oder schau ruhig nach ihm, ohne es zu überdrehen. Nach wenigen Nächten hat es sich meist eingewöhnt.

Gesundheit: Impfen, Entwurmen, Kastrieren

Vereinbare in den ersten Tagen einen Kennenlern-Termin beim Tierarzt. Dort wird das Kitten untersucht, der Impfstatus geprüft und der weitere Plan besprochen. Die Grundimmunisierung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche erfolgt im Kittenalter in mehreren Schritten, bei geplantem Freigang kommt der Schutz gegen Leukose hinzu. Regelmäßiges Entwurmen gehört in den ersten Monaten dazu, ebenso das Chippen. Die Kastration steht je nach Geschlecht und Entwicklung meist im Alter von vier bis sechs Monaten an — sie beugt unkontrollierter Vermehrung, Streunen und gesundheitlichen Problemen vor und ist auch bei reinen Wohnungskatzen sinnvoll.

Ernährung in den ersten Monaten

Kitten wachsen schnell und brauchen ein hochwertiges, speziell auf Kitten abgestimmtes Futter mit viel Eiweiß und Energie. Biete kleine Portionen über den Tag verteilt an, da ein Kittenmagen wenig fasst. Frisches Wasser sollte immer getrennt vom Futter bereitstehen. Eine Futterumstellung — etwa auf die von dir bevorzugte Marke — nimmst du erst nach der Eingewöhnung und dann über mehrere Tage schrittweise vor, um Durchfall zu vermeiden. Wie viel dein heranwachsendes Kätzchen täglich braucht, kannst du mit dem Futtermengen-Rechner abschätzen.

Ein Kitten in einen bestehenden Haushalt integrieren

Leben bereits Tiere im Haushalt, ist Geduld gefragt. Eine neue Katze führst du nie übergangslos zusammen, sondern über eine Phase der Geruchs- und Sichtgewöhnung durch eine angelehnte Tür — wie das im Detail funktioniert, liest du im Ratgeber Mehrkatzenhaltung. Für das Zusammenführen mit einem Hund gilt Ähnliches; konkrete Schritte findest du im Ratgeber Katze und Hund. In beiden Fällen gilt: lieber zu langsam als zu schnell, und jede Begegnung positiv mit Futter und Lob verknüpfen.

Zeitplan für die ersten Wochen

Orientierung für die Eingewöhnung eines Kittens
ZeitraumWorum es geht
Tag 1–3Ankommen im ruhigen Zimmer, Box-Erkundung, gewohntes Futter, viel Ruhe
Woche 1Radius zimmerweise erweitern, erste Tierarztvorstellung, feste Spielzeiten
Woche 2–4ggf. Futterumstellung, Sozialisierung an Geräusche und Handling, Bindung vertiefen
Monat 2–6weitere Impfungen, Entwurmen, Kastration planen, ggf. gesicherter Freigang vorbereiten

Häufige Fehler

  • Zu viel auf einmal: die ganze Wohnung, viele Besucher und Trubel am ersten Tag überfordern.
  • Futter sofort umstellen: verursacht Durchfall — erst nach der Eingewöhnung wechseln.
  • Einzelhaltung bei Berufstätigkeit: ein allein gelassenes Kitten vereinsamt.
  • Strafen statt Ursachen beheben: zerstört Vertrauen, löst kein Problem.
  • Kastration und Vorsorge vergessen: beides rechtzeitig mit dem Tierarzt planen.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter darf ein Kitten einziehen?

Frühestens mit zwölf Wochen. Bis dahin lernt das Kitten von Mutter und Geschwistern wichtiges Sozialverhalten. Seriöse Züchter und Tierschützer geben Kitten nicht früher ab.

Sollte man ein oder zwei Kitten nehmen?

In reiner Wohnungshaltung sind zwei Kitten fast immer die bessere Wahl: Sie beschäftigen und sozialisieren sich gegenseitig und sind seltener einsam oder zerstörerisch, wenn niemand zu Hause ist.

Wie lange dauert die Eingewöhnung?

Das ist individuell: Manche Kitten erkunden nach Stunden die ganze Wohnung, andere brauchen Tage. Gib dem Kitten zunächst ein ruhiges Zimmer und erweitere den Radius langsam.

Wann ist ein Kitten stubenrein?

Meist sehr schnell — Katzen sind von Natur aus reinlich. Stelle die Katzentoilette ruhig und gut erreichbar auf, halte sie sauber und zeige sie dem Kitten am ersten Tag. Probleme haben fast immer eine Ursache (Standort, Streu, Stress).

Was gehört zur Erstausstattung?

Katzentoilette und Streu, Futter- und Wassernapf, ein Kratzbaum, ein sicherer Schlafplatz, Spielzeug und eine Transportbox. Futter zunächst wie beim Vorbesitzer, um den Magen nicht zusätzlich umzustellen.

Wie überstehe ich mit dem Kitten die erste Nacht?

Lass es im ruhigen Zimmer mit einem warmen, versteckten Schlafplatz. Ein Tuch mit vertrautem Geruch und eine lauwarme Wärmflasche im Handtuch spenden Sicherheit. Maunzen in der ersten Nacht ist normal und legt sich meist nach wenigen Tagen.

Wann muss ein Kitten geimpft und kastriert werden?

Die Grundimmunisierung erfolgt im Kittenalter in mehreren Schritten, dazu kommt regelmäßiges Entwurmen und das Chippen. Die Kastration steht meist mit vier bis sechs Monaten an — auch bei reinen Wohnungskatzen sinnvoll. Den genauen Plan bespricht der Tierarzt.

Wann darf ich das Futter umstellen?

Erst nach der Eingewöhnung, also nach ein bis zwei Wochen, und dann über mehrere Tage schrittweise. Eine zu schnelle Umstellung belastet den empfindlichen Kittenmagen und führt oft zu Durchfall.